| Stefan Zeiler | |||||
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| Malerei | • | Text | • | Film | |
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Kinospielfilm, Länge ca. 100 Minuten Synopsis Georg, ein junger Mann ohne abgeschlossener Ausbildung, lernt Claudia Wagner kennen, eine vierzigjährige Psychoanalytikerin, die auch Experimentalfilme macht. Sie bietet ihm eine Arbeit als Hilfskraft bei ihrem Vater an, der Archivar und schwer krank ist. Als Georg seine Stelle als Kulissenschieber verliert, nimmt er diese Arbeit an und wird vom Vater verführt. Georg sucht Schutz bei Claudia, verliebt sich und wird von ihr verführt. Als der Druck des Vaters auf sie unerträglich wird, führt Claudia dem Vater eine Auswahl ihrer Filme vor, auch den “Liebesfilm” mit Georg, wo sie miteinander schlafen. Während Georg, dem sie Szene peinlich ist, nach Claudia sieht, die in der Küche die Suppe bereit macht, ringt der Vater um Luft und stirbt... Beschreibung der Personen DER VATER Er heißt mit vollem Namen Joseph Zacharias
Wagner und ist sechsundsiebzig. Er ist nicht groß, aber äußerst
zäh, wenn er auch mittlerweile nur noch 56 Kilo wiegt. Da er Kettenraucher
war, hat er jetzt Lungenkrebs. Dazu hat er Diabetes, chronische Bronchitis,
Rheuma und ein sehr schwaches Herz. Er trägt einen grauen Bart.
Er geht tagsüber im Pyjama und Hausmantel herum. CLAUDIA WAGNER Sie ist neununddreißig und sieht aus wie dreißig. Sie ist kindlich unbekümmert, doch sie kennt die Umgangsformen, an die sie sich auch hält. Sie studierte Medizin. Dann heiratete sie einen Koch, der sehr viel Geld verdiente und ging mit ihm nach Spanien. Doch für ihn war sie Staffage. Sie läßt sich von ihm scheiden und geht zurück nach Wien, macht die Analytikerausbildung und eröffnet eine Praxis, die sie nun seit drei Jahren hat. Das ist ihre eine Seite. Nebenbei macht sie Filme. Zur Matura schenkte ihr der Vater seine Filmkamera, mit der sie von nun an Menschen filmt, die sie kennt oder die sie einfach anspricht auf der Straße. Ihre Modelle bewegen sich nicht, oder eben doch ein bißchen. Auf dieses “Bißchen” kommt es ihr an. Sie filmt gerne Männer und wenn sie in Stimmung ist, zieht sie sich vor ihnen aus, und zwar während die Kamera läuft. Claudia mag Männer. Sie filmt aber auch sich selbst oder inszeniert Szenen, die sich auf ihre Arbeit beziehen. Sie geht in Nachtlokale oder zu Pferderennen, weil sie das Leben erforschen will. Sie lebt seit ihrer Scheidung allein, hat aber wechselnde Liebesbeziehungen. Sie wählt stets den Mann, der sich nicht an sie herandrängt, der sich eher im Hintergrund hält. Ob ihre Filme Kunst sind, das kümmert sie nicht wirklich. Manchmal wird sie eingeladen, ihre Filme vorzuführen. Da sie eine Praxis hat, zeigt sie die Filme in Österreich nicht. Eine ihrer größten Ängste ist die vor dem Älterwerden. GEORG Georg ist ein Einzelkind, dem nicht nur der Vater
fehlte, sondern dessen Mutter auch selten für ihn Zeit hatte. Sie
war OP-Schwester, hatte oft Nachtdienste und ein Verhältnis mit
dem Primar der urologischen Station. Aus diesem Verhältnis ist
Georg entstanden. Später hat sie der Vater geheiratet (nach dem
Tod seiner ersten Frau), hat versucht nachzuholen, was er an Georg versäumte.
Doch er fand zu ihm keinen Zugang. Georgs Mutter war überfordert
in ihrer Rolle als Stiefmutter von zum Teil erwachsenen Kindern aus
einer andern sozialen Schicht. Es war keine gute Ehe. Es gab häufig
Streit. Die Eltern haben sich wieder getrennt. Georg ist seiner Wege
gegangen, er hat sich eine Wohnung genommen, hat in der Oper Arbeit
gefunden, mit der er sich finanzieren kann. Er hat dadurch Zeit verloren,
daß er die Unterstützung vom Vater unüberlegt und im
Zorn ausschlug und sich mit schlecht bezahlten Gelegenheitsjobs über
Wasser hielt. Er schreibt Tagebuch mit literarischem Anspruch. Er will
die Matura nachholen (er hat sie nicht bestanden) und dann zu studieren
beginnen. Er tendiert zur Antike und besucht Vorlesungen. JAGO Heißt eigentlich Jaromir und kommt aus
Kroatien. Er ist Mitte vierzig. Er wird von den Kollegen nach dem Jago
aus Othello liebevoll-spöttisch Jago genannt. Jago spricht schon
fließend deutsch. Er hat kaum Ansprüche, führt ein sehr
bescheidenes Leben. Seine Eltern waren Bauern. Er hat Schlosser gelernt.
MICHAEL Michael ist mit Georg befreundet und genauso alt wie Georg. Er arbeitet auch als Bühnenarbeiter. Er studiert Archäologie und ist bald mit dem Studium fertig. Er kennt Georg noch nicht lange, weil er vorher beim Transport war, bevor er zur Technik kam. Sie sind sich nicht wirklich nahe. Michael ist einer, der in Listen und Registern, in Tabellen und Zahlen denkt. Er jobbt nebenbei, weil er alte Münzen kauft, vorzugsweise römische. Er hat eine kleine Sammlung und eine feste Freundin.
Beschreibung der Schauplätze CLAUDIAS PRAXIS Das Auffallendste ist die Helligkeit. Ein neutraler Ort, der nicht Claudias Handschrift trägt. Couch, Ledersessel, Teppich sind geschmackvolle, teure Stücke. Auf dem Parkett hallen die Schritte. Man sieht auf Himmel und Dächer. Die Wände sind fast leer. CLAUDIAS WOHNUNG Keine kleine Dreizimmerwohnung in der Josefstadt. Erbstücke von der Mutter geben ihr etwas Dunkles, Vornehmes. Filmspulen liegen herum. In einer Ecke Filmstreifen und eine Klebepresse. Das Schlafzimmer ist schmucklos. In der Mitte das sehr große Bett. DIE WOHNUNG DES VATERS Im achtzehnten Bezirk. Sie könnte größer sein, zumal für seine Zwecke. Jeder Winkel ist genützt. Es gibt keine freie Wand. Das Wohnzimmer ist Arbeitszimmer. Der Vater hat keinen PC, jedoch Fax und einen Kopierer, wo er Bücher kopieren kann. GEORGS WOHNUNG Sie liegt Nähe Brunnenmarkt im siebzehnten Bezirk. Hier ist fast nichts gekauft. Ein großer weißer Schrank ist immerhin von Josef Hoffmann. Den hat Georg vom Vater. Sonst gibt es nur Sperrmüllmöbel. Nackte Glühbirnen genügen. Das Klo ist am Gang. Der Ausblick ziemlich trist: eine graue Hausfassade, die den ganzen Himmel verstellt. Man kann in die Wohnungen sehen. Nachts scheint der Mond herein. Telefon gibt es keins. DER WIENERWALD Eine in ihrer Langweiligkeit irgendwie verwunschene Landschaft, besonders wenn Nebel liegt. DIE OPER Während der Vorstellung hinter der Bühne schöne Licht- und Raumeffekte. In der dunklen Seitenbühne brennt dann nur das Notlicht. Der extreme soziale Kontrast von Technikmannschaft und teuren Sängern steigert noch die Künstlichkeit des Ortes uns des Geschehens. DAS GRAB (aus dem Buch von Georg und aus Georg Phantasie) Das sogenannte Schatzhaus des Atreus. Größter erhaltener Kuppelbau der Antike vor dem Pantheon in Rom. Grab mykenischer Fürsten. Die goldene Maske, die Georg sich vorstellt als Maske des toten Fürsten, ist die sogenannte Maske des Agamemnon, die in Mykene gefunden wurde und als Totenmaske diente. Sie erinnert entfernt an das Gesicht des Vaters, und dann vor allem des toten Vaters. WIEN Wien tritt vor allem in seiner Eigenschaft als historisch gewachsene Metropole in Erscheinung, mit all den sozialen, architektonischen, stadtlandschaftlichen Kontrasten einer europäischen Großstadt. Ein spezielles Lokalkolorit, etwa bekannte Gebäudekulissen, typisch wienerische Ausdrücke oder gar Verhaltensweisen sind nicht intendiert. Nur die enge und komplizierte Beziehung zwischen Vater und Tochter hat vielleicht etwas “Wienerisches“. Die engen, hohen, schwarzen Stäbe der Hofgartenumzäunung und die Gründerzeitfassanden haben in der Abenddunkelheit der Stadt etwas gemeinsam...
Am Tag und in der Nacht ORT DER HANDLUNG: WIEN Einleitung Abendvorstellung in der Staatsoper. Gespielt
wird King Arthur von Purcell. Blick auf die Bühne aus den seitlichen
Kulissen. Zwei Statistinnen, welche die Sirenen, die Arthur zur Liebe
verführen sollen, darstellen, winden sich unbeholfen lasziv. Ihre
nackten Oberkörper sind bläulich schillernd bemalt. Die Partien
der Sirenen werden gesungen von zwei Sängerinnen, die hinter der
Kulisse stehen, für das Publikum nicht sichtbar. Osmono, der Zauberer,
mit goldbemaltem Gesicht. Die Bühnenarbeiter schauen gierig von
der Seite der Bühne zu den Komparsinnen, machen Witze. Hinter dem
Rücken einer Inspizienzassistentin sagt ein Grober, die sei auch
dabei gewesen, jetzt trage sie Seidenblusen, damals hätte sie weniger
angehabt. Nach dem Vorhang und den Verbeugungen geht für die Mannschaft die Arbeit los. Die Bühne wird abgebaut, Möbel und Requisiten verstaut. Der Grobe ist jetzt richtig betrunken, läßt den Prospekt fallen, schwingt mit einer Eisenstange. Georg ist zum Abbau des Proszeniums eingeteilt. Der Turm ist sechs Meter hoch und wird senkrecht hinausgetragen. Der Grobe ist sein Partner. Hinten hält Michael. Georg kann die Last nicht mehr halten, weil der Grobe ihn alles tragen läßt und das Gleichgewicht nicht hält. Georg schreit. Der Turm fällt um. Der Grobe brüllt ihn an. Der Bühnenmeister fragt, was los sei. Der Seitenmeister kommt. Der Grobe zeigt auf Georg, wendet sich dann fluchend ab. Der Bühnenmeister wechselt ein paar Worte mit dem Seitenmeister, dann klatscht er in die Hände, sagt, weiter, meine Herren. Der Turm wird aufgerichtet. Der Grobe ist nicht mehr dabei. Jago übernimmt seinen Part. Er ist ein stiller Typ, Mitte vierzig, ein Kroate, der immer abseits der anderen sitzt, gut mit allen Kollegen auskommt, nie ein unfreundliches Wort sagt. Es heißt, er habe seine Frau in den Wirren des Krieges verloren. Er will nicht darüber sprechen. Nach der Arbeit gehen der Grobe, der Häßliche
und Jago in ein Lokal, das bis in die Nacht offen hat. Auch Georg und
Michael gehen mit, bilden jedoch eine eigene Gruppe. Am Tresen sitzt
eine Frau ohne Begleitung und trinkt Wein. Sie trägt ein eng anliegendes
Top, das ihre spektakuläre Figur auffallend vom Hintergrund abhebt.
Die drei setzen sich an einen Tisch, von dem aus sie die Frau sehen
können und bestellen jeder ein Bier. Der Dicke ist mürrisch,
redet nicht viel, stößt mit den anderen unwillig an. Er hat
die Frau an der Bar im Visier, setzt sich mit seinem Bier neben sie.
Die beiden andern beobachten ihn. Sie können auf die Entfernung
nicht hören, was er zu der Frau sagt, es sieht nicht sehr galant
aus, er scheint ziemlich anzugeben. Nach einiger Zeit verläßt
er mit ihr - sie geht hinter ihm - das Lokal, noch vor den anderen,
ohne Verabschiedung. Er schwankt beim Hinausgehen. Jago sagt, die sei
Klasse, aber bestimmt eine Professionelle. Der Häßliche meint,
die sei für ihn entschieden eine Nummer zu groß. Bei der
müsse man schon was bringen, nicht nur große Töne spucken,
der werde sich noch wundern. Die Frau am Tresen ist Claudia. Sie trägt
etwas Dunkles, Weiches, dazu einen dunklen Schal, sodaß von ihr
nur manchmal ihr helles Profil zu erkennen ist. Sie ist hier mit einem
Mann, der sie ins Konzert eingeladen hat. Er ist etwa Mitte vierzig,
attraktiv, aber eitel. Jago betrachtet die beiden. Er versteht nicht,
was sie reden, dazu sitzt er zu weit weg. Jago setzt sich an die Bar und bestellt noch einen Grappa, dann geht er auf die Toilette. Der Eitle sitzt jetzt allein an der Bar. Claudia läßt ihn warten. Der Eitle wird nervös. Claudia kommt zurück. Sie trinkt den Cognac nicht mehr. Sie zieht sich den Mantel an und verabschiedet sich schnell. Der Eitle schaut verdutzt. Als Jago die Treppe zurück ins Lokal geht,
sieht er einen Damenschal mitten auf den Stufen liegen. Er sieht, es
ist Claudias Schal. Er hebt ihn auf und legt ihn zusammen. Er geht zurück
ins Lokal. Er sieht, wie die Tür des Windfangs hinter Claudia zufällt.
Er zieht sich den Mantel an, zahlt und geht Claudia nach. Er sieht sie
auf der Straße um eine Ecke biegen. Er beschleunigt seinen Schritt.
In der Arena Eine Boxarena. Der Kampf des Abends läuft.
Mittelgewicht, letzte Runde. Blitzlichter aus dem Publikum. Schweiß
läuft von den Körpern der Boxer. Beide sind schon abgekämpft,
einem hängt ein Arm herab, als könne er ihn nicht mehr bewegen.
Aber auch die Schläge des anderen finden nur noch selten ihr Ziel.
Der Unterlegene sinkt in die Knie, will sich halten, doch er kann nicht.
Er schaut dumpf vor sich hin, wirkt wie aus dem Schlaf gerissen. In
der Vorhalle dunkle Gestalten, Geldscheine werden gezählt. Im Hintergrund
Geschrei. Der Verlierer wird ausgezählt. Er richtet sich wieder
auf und wankt in seine Ecke, wird erfrischt mit Eisbeuteln. Claudia
im Publikum. Der Verlierer hat sich erholt und geht zurück in den
Ring. Der Sieger läßt sich die Handschuhe ausziehen. Der
Ringrichter ihn und den Verlierer am Handgelenk. Wartet das Ergebnis
ab. Reißt er den Arm des Sieger hoch. Tosender Applaus und Jubel,
der jedoch sehr schnell verebbt. Beim Vater Georg ist der neue Helfer. Georg hilft, wo er
kann. Er schafft Lebensmittel heran. Er schraubt Regale an. Er hört
sich die Monologe an. Er widerspricht nicht, schneidet das Haar, stutzt
den Bart, weil die Tochter nicht kann (der Vater sagt Frau Tochter,
daß es klingt wie Frau Doktor), schraubt Räder an die Möbel,
damit sie der Vater bewegen kann. Er besorgt Schuhkartons. Sie werden
von Hand beschriftet vom Vater, der schon zittert. Die Kartons stapeln
sich immer höher, bis zur Decke. Zeitgeschichte. Fotoarchiv. Zeitungsarchiv.
Briefarchiv. Personenarchiv. Austriaka. SU. USA. Jede Abteilung hat
Unterabteilungen. Auf einer Schachtel steht Biografien. Auf einer anderen
Rezensionen. Auf einer steht EL, das heißt eigene Literatur. Sogar
eine Schachtel mit Habseligkeiten vom Vater des Vaters, seine Uhr, sein
Tagebuch. Auch geheimpolizeiliche Akten, die der Vater aus deutschen
Büros damals in Straßburg entwendet hat, getarnt als Tapezierergehilfe.
Viele Schachteln haben Buchstaben, die Georg nicht entschlüsseln
kann, wenn der Vater sie nicht erklärt. Und er erklärt nicht
viel.
IN CLAUDIAS PRAXIS (INNEN / TAG) Claudia geht zur Tür. Sie greift nach der Türklinke. Sie sieht Georg vor der Tür. Sie erschrickt. CLAUDIA Sie nimmt Georg bei der Hand und zieht ihn in die Praxis herein. Georg sieht, sie hat geweint. Claudia schließt die Tür, dreht sich um und lehnt sich mit dem Rücken gegen die geschlossene Tür. Sie sieht Georg traurig an. Sie versucht ihn anzulächeln, hält dabei den Geldschein unschlüssig in der Hand Georg starrt auf den Geldschein. GEORG CLAUDIA Georg schweigt. CLAUDIA GEORG CLAUDIA GEORG Claudia senkt den Kopf und schaut lange auf den Boden. CLAUDIA Sie muß sich zuerst sammeln. Sie greift sich an die Stirn. CLAUDIA Sie macht eine Pause. Und oft kann ich gar nicht helfen. Oft fühle ich mich schwach und schäme mich dafür. Ich hab dieses Geld - verdient mit meinem Körper, Georg. Aber nicht so wie du denkst. Hab ich es dir nicht erzählt? Manchmal zeige ich mich her. Ja. Es macht mir ein Vergnügen. Und wahrscheinlich auch dem Mann, den ich filme, wenn ich mich vor ihm entkleide, wenn ich mich vor ihm bewege. Diesem Mann ging es nicht gut und er ist gesund geworden. Ich habe ihm geholfen. Ich wollte gar nicht helfen. Ich hatte nicht die Absicht. Ich tat es so für mich. Er hat seine Frau verloren. Ja, auch sie hat getanzt. Vor Soldaten. Ohne Kleider. Die habens ihr nicht gedankt. Sie macht eine lange Pause. Sie kann nicht weiter
sprechen. GEORG CLAUDIA GEORG CLAUDIA GEORG CLAUDIA Georg geht zu Claudia hin. Er kniet sich vor sie hin. Er streichelt ihre Waden, fährt an ihren Beinen hoch, legt den Kopf an ihre Schenkel. GEORG CLAUDIA GEORG Er fährt ihr unter den Rock, preßt
seinen Kopf in ihren Schoß.
CLAUDIAS WOHNUNG (INNEN / NACHT) Claudias Wohnung liegt im Dunkeln. Die Türen stehen offen. Es ist halb zehn am Abend. Im Schlafzimmer sieht man die Silhouette einer sich bewegenden Bettdecke. Das Keuchen darunter klingt wie das Keuchen verirrter und verängstigter Menschen, die vor etwas auf der Flucht sind. Es läutet das Telefon. Georg und Claudia hören es nicht. Es läuft der Anrufbeantworter, Claudias Stimme meldet sich. CLAUDIAS STIMME Der Anrufbeantworter läuft weiter. Jemand ist in der Leitung. Man hört einen schweren Atem. Dann hört man die Stimme des Vaters. DER VATER Das Keuchen unter der Decke nimmt ab. DER VATER Das Keuchen unter der Decke hört auf.
Die Bettdecke wird zurückgeschlagen. DER VATER Der Vater legt auf. CLAUDIA Sie streichelt Georgs Bauch. CLAUDIA (zärtlich) Claudia zieht sich an. Sie macht nur ein kleines Licht an. Sie ist sehr schnell fertig. Sie zieht sich den Mantel über und nimmt den Autoschlüssel, der auf der Truhe liegt. Sie geht ins Schlafzimmer. Sie küßt Georg auf den Mund. CLAUDIA Claudia dreht das Licht ab und verläßt
die Wohnung. |